Der Ruder-Club Karlstadt hat der Öffentlichkeit einen Rettungsring spendiert. Er entspricht SOLAS (Safety of Life at Sea), dem internationalen Übereinkommen zum Schutz des menschlichen Lebens auf See). Aufgehängt wurde er am Zaun des Campingplatzes nahe des Bootsstegs und ist dort für jedermann zugänglich. Hintergrund ist eine ebenso beherzte wie kuriose Lebensrettung, die sich im Mai in der Nähe des Bootsstegs angespielt hat.
Als Bernadette Schrama und Michael Rauch mit ihrem Ruderzweier am Ende ihrer Ausfahrt auf den Bootssteg zusteuerten, sahen sie im Rückspiegel etwas im Wasser schwimmen und dachten, es seien Triathleten. Doch beim Anlegen erkannten sie, dass ein junger Mann im Wasser mit dem Leben kämpfte, unterging und wieder an die Oberfläche kam.
Als ausgebildete Rettungsschwimmerin sprang Bernadette Schrama sofort ins Wasser, tauchte nach dem Ertrinkenden und bekam ihn im trüben Mainwasser glücklich zu fassen. Da er kein Deutsch verstand, konnte er nicht ihren Anweisungen folgen. Sie zog ihn ans Ufer, wo er zunächst auf einem Stein sitzenblieb. Später kletterte er über die Ufersteine zu einer Frau und einem kleinen Mädchen. Er hatte den Ball retten wollen, der dem Mädchen ins Wasser gefallen war, und war wohl davon ausgegangen, im Main in Ufernähe stehen zu können.
Im Nachhinein räumt die Retterin ein, dass sie sich um den Mann hätte kümmern sollen. Stattdessen stiegen die beiden Ruderer noch einmal ins Boot, um dem Ball herauszuholen. Sie seien beide angesichts des Vorfalls etwas durcheinander gewesen. Am Ende kam es zu keinem Austausch zwischen Retterin und Gerettetem. Weder weiß er, wem er sein Leben zu verdanken hat, noch weiß sie, wen sie aus dem Wasser gezogen hat. Im Bild von links Vorsitzender Karlheinz Haase, Michael Rauch und Bernadette Schrama. (Foto Petra Weißhaar)
